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Selbstverständnis der Kölner Chinastudien

Der Arbeitsbereich "Kultur Chinas" ist 2014 mit der Rufannahme Stefan Kramers an die Universität zu Köln aus der Zusammenlegung des bis dahin von Walter Fuchs, Martin Gimm und schließlich Helmolt Vittinghoff geleiteten Lehrstuhls für Sinologie (seit 1960) sowie der bis 2008 mit Lutz Bieg besetzten Professur für Moderne Literatur und Philosophie Chinas hervorgegangen. Heute verantwortet der Arbeitsbereich den im Jahre 2015 neu konzipierten konsekutiven Studiengang "Chinastudien" (2-Fach B.A. und 1-Fach M.A.) und betreut Doktorandinnen und Doktoranden, die eine Promotion im Promotionsfach "Sinologie/Chinastudien" anstreben. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Philosophien sowie den Medien, Literaturen und Künsten des neueren China mit seinen historischen Herleitungen. Im Mittelpunkt stehen kulturtheoretische, medienkulturelle und kulturphilosophische sowie erkenntnistheoretische und Ontologie-kritische Problemstellungen. Damit weisen die Studiengänge "Chinastudien" innerhalb der deutschsprachigen Chinastudien ein Alleinstellungsmerkmal auf.

Es geht bei dieser Herangehensweise weniger um ein „Reden über … “ das heutige China, seine historischen Herleitungen und inneren wie globalen Wechselwirkungen als vielmehr darum, sich dialogisch an chinesische Wirklichkeiten und Wirklichkeitsvorstellungen sowie an symbolische Repräsentationen und die technische Kommunikation von Selbst- und Weltverhältnissen anzunähern. Die „Chinastudien“ grenzen sich gegenüber anderen Forschungszugängen zu China demgemäß weniger über die Gegenstände der Forschung ab als vielmehr über die Art der Formulierung von Fragen und das methodische Herangehen an Problemstellungen.

Unter „Kultur“ verstehen sich dabei alle Formen menschlicher Selbst- und Weltdarstellung. In der Forschung und Lehre gilt es daher, diese in ihren textuellen Strukturen zu erfassen und hinsichtlich ihrer anthropologischen Konstanten resp. ihrer umweltbedingten Spezifika zu untersuchen. Es geht darum, einen vertieften Einblick in die unterschiedlichen unter dem Begriff „Chinesisch“ nur unzureichend subsumierten Selbstverhältnisse und damit auch in die Prozesse von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in China und der globalisierten Welt zu gewinnen. 

Zugleich gilt es, auf der Grundlage solider kulturwissenschaftlicher, medienwissenschaftlicher und philosophischer Methodenkenntnisse Lösungsstrategien für Probleme zu entwickeln, bei denen China nicht mehr als Differenz, als das ewig kulturell Andere, sondern vielmehr als eine Alterität, als mit seinen vielfältigen Akteuren ein Bedeutungen und Bedeutsamkeiten generierender Dialogpartner zu begreifen ist. Ihn und sie zu verstehen stellt nicht zuletzt auch eine wesentliche Voraussetzung für die Reflexion des eigenen Selbstverständnisses dar, deren Tiefe ihrerseits ausschlaggebend ist für die Qualität der Wahrnehmung chinesischer Kulturen - also auch für eine erfolgreiche Chinaforschung.

Auf der Grundlage dieses Selbstverständnisses finden Lehre und Forschung in den Kölner Chinastudien statt. Angeboten werden folgende Möglichkeiten: